Kinderarmut

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„Kinderarmut ist ein Skandal“ für ein reiches Land, auch für Münster !

…so bezeichnen es Spitzenpolitiker/innen und Sozialverbände
Um einen Skandal zu bekämpfen, muss er sichtbar gemacht werden. Es hilft den Kindern nicht, wenn man ihre so schwierigen Lebensbedingungen verschweigt oder verharmlost. Wir wollen, dass „Kinderarmut“ auch den Menschen in reichen und wohl-gebildeten Stadtteilen von Münster bewusst gemacht und etwas dagegen unternommen wird. Münster könnte doch eine „kinderfreundliche Kommune“ werden, wie es andere Städte vormachen!

Deswegen versucht „ChaCK“ über die Lebens- und Bildungsbedingungen der von Armut betroffenen Kinder die Öffentlichkeit zu informieren. Vielfach wurde in den Medien schon darüber berichtet. Wir müssen aber noch sehr viel mehr Engagierte werden und Druck auf die Politik und die Verwaltung erzeugen. Dieses „soziale Problem Nr. 1“ (Kinderarmut !) ist ein Skandal für diese reiche und wohlgebildete Stadt und muss ins Zentrum des Handelns gestellt werden! Kein anderer Stadtteil wird so vernachlässigt wie der Stadtteil Coerde.

Kinderarmut in Coerde

  • Fast jedes zweite Kind in Coerde lebt in Armut.
  • Knapp die Hälfte aller Coerder Kinder unter 14 Jahren leben von Bürgergeld.
  • Kinderarmut bedeutet vor allem Bildungsarmut. Die Kinder in Coerde haben wesentlich schlechtere Bildungschancen als andere Kinder in Münster.
  • Beim Übergang von der Kita in die Grundschule haben viele Coerder Kinder bereits einen erheblichen Entwicklungsrückstand – von bis zu zwei Jahren.
  • Armut belastet die Gesundheit und die Psyche der Kinder.
  • Weit überdurchschnittlich viele Coerder Kinder in Armut erkranken an Übergewicht und Adipositas, an Zahnkrankheiten und Bewegungsmangel.
  • Coerder Kinder in Armut leben meist in prekären Wohnsituationen.
  • Kinderarmut zeigt sich im Gefühl der Scham und in wenig Selbstvertrauen.
  • Nach dem Stadtteilentwicklungskonzept für Coerde gibt es in vielen Bereich weiter eine negative Tendenz, die mit der Pandemie noch verschärft wurde.

Weiterführende Presseartikel zu Kinderarmut in Coerde

Auch das Magazin Kirche+Leben berichtete im August 2023 über (Kinder-)Armut in Coerde: „Auch Münster kennt Armut: Wie kommt es zu den dramatischen Zahlen?“

Literaturtipp

Wir sind beeindruckt von Catrin Boldebucks Buch „Jedes fünfte Kind“. Die Autorin hat jahrelang Kinder und Jugendliche begleitet, die in Armut aufgewachsen sind. Sie hat viel Leid und Scham gesehen und weiß: Aus der Armut kommt kaum jemand heraus. Sie schreibt, dass Kinderarmut nicht nur moralisch ein Skandal ist, sondern auch volkswirtschaftlicher Irrsinn.

„Armut bedeutet nicht nur, kein Geld für die neueste Mode zu haben, sich nicht die angesagtesten Turnschuhe leisten zu können, sondern sie beschämt, beschädigt und prägt fürs ganze Leben. Sie führt dazu, dass sich ein Kind zu früh Gedanken und Sorgen macht, die schon für Erwachsene schwer zu ertragen sind: Was ist, wenn man uns den Strom abstellt? Wir die Miete nicht zahlen können? Wenn der Kühlschrank leer ist?“

Boldebuck schreibt: „Wir lassen diese rund drei Millionen Kinder im Stich […] Die Kinder könnten uns den Spiegel vorhalten. Das Bild, was wir darin sehen würden, wäre nicht sehr schmeichelhaft: eine Gesellschaft von alten, rücksichtslosen Erwachsenen.“

Das Buch ist lässt betroffene Kinder und Familien zu Wort kommen, ist verständlich geschrieben und zeigt auf, wie dringend wir Kinder, die in Armut aufwachsen, mehr unterstützen müssen. Jetzt!
Ein Exemplar des Buches ist in der Stadtbücherei Münster verfügbar.

Die Autorin stellt einen Zehn-Punkte-Plan gegen Kinderarmut vor, an dem sich Politik und Gesellschaft orientieren sollten:

Arme Kinder brauchen …
… mehr Sichtbarkeit und Respekt.
… einen guten Bildungsstart.
… die beste Schule, die es gibt.
… die besten Pädagogen und Pädagoginnen, die es gibt.
… bessere Chancen, [auch oder besonders] wenn sie einen Migrationshintergrund haben.
… Kümmerer, Vorbilder, Unterstützter.
… Geld.
… Rechte – und alle anderen Kinder auch.
… Sport, Musik, Theater – und ein warmes Mittagessen.
… ihre Eltern.

Vielen Dank an unsere Sponsoren!